Lese-Rechtschreibstörung aus Sicht der Wissenschaft

Legasthenie, oder besser: die Lese-Rechtschreibstörung  gilt offiziell in der internationalen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (ICD-10) als umschriebene Entwicklungsstörung der Lese-Rechtschreib-Fertigkeiten bei normal entwickelter Intelligenz. Wir finden hier auch die isolierte Rechtschreibstörung und die isolierte Lese-Störung (wobei letztere bei uns so gut wie nie vorkommt). Legasthenie, da sind sich die Wissenschaftler einig, scheint also ein komplexes Problem mit mehreren möglichen Ursachen zu sein.

Leider ist diese Definition viel zu vage, um als konkrete Handlungsanweisung dienen zu können. Daher sind auch viele Falschinformationen und sinnlose Therapievorschläge im Umlauf. Auch Lehrer und Ärzte sind häufig noch unzureichend informiert, weil die Lese-Rechtschreibstörung und allgemein umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten in ihrer Ausbildung nicht vorkommen. Immer noch werden in unseren Schulen Legastheniker manchmal fälschlicherweise als lernbehindert, konzentrationsschwach oder faul angesehen. Dabei sind sie oft mindestens so intelligent sind wie alle anderen auch und erleiden dadurch oft schwere psychische und soziale Folgeschäden.

Gute Rechtschreibung ist eine der Voraussetzung für das Bestehen unseres Schulsystems. Nach der geltenden Verordnung für die Sekundarstufe I wird sogar in den naturwissenschaftlichen Fächern die Schulnote wegen Rechtschreibfehlern herabgesetzt. Ist eine Lese-Rechtschreibstörung sehr ausgeprägt, so dass ein seelischer Schaden zu befürchten ist, dann ist eine außerschulische, individuelle Förderung und Therapie notwendig.

 

Legasthenie-Merkmale

Merkmale einer Lese-Rechtschreibstörung

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